Nach Tod zweier Kinder in den USA Rückruf von 2 Millionen Sitzsäcken

Der amerikanische Sitzsack Hersteller Ace Bayou Corp aus New Orleans und die amerikanische Consumer Product Safety Commission haben nach dem Tod zweier Kinder rund 2,2 Millionen Sitzsäcke zurückgerufen. Die Behörde vermeldete zwei Todesfälle: Ein dreijähriges Mädchen und ein 13-jähriger Junge sind nach dem Einatmen des Füllmaterials (Schaumperlen) eines Sitzsacks erstickt. Die Kinder wurden beide in den Sitzsäcken tot aufgefunden.

Sitzsack Reißverschlüsse schuld am tragischen Tod

Die Consumer Product Safety Commission (CPSC) berichtete, dass in dem Sitzsack des Herstellers Ace Bayou der Reißverschluss zu leicht zu öffnen war und die Kinder, die in den Sitzsack gekrochen waren, in Panik gerieten und nicht mehr herauskamen. Ein Luftmangel in Kombination mit den Schaumstoffperlen als Füllmaterial wurde so zu einer tödlichen Kombination für ein dreijähriges Mädchen aus Lexington in Kentucky und einem dreizehnjährigen Jungen aus McKinney, Texas.

Der freiwillige Sitzsack Standard besagt, dass ein Sitzsack für Kinder Sicherheitsreißverschlüsse haben muss, die sich nicht einfach von Kindern öffnen lassen. Der Hersteller Ace Bayou stattete seine Sitzsäcke aber sogar gleich mit zwei Reißverschlüssen aus – einen an der Außenseite und einen anderen unter dem Sitzsack Bezug – durch diesen fanden die tödlich verunglückten Kinder auch den Weg ins Innere des Sitzsacks.

Der Sitzsack wurde von verschiedenen Händlern im Umlauf gebracht, darunter zum Beispiel auch Amazon.com, Wal-Mart, Wayfair und Meijer. Der Sitzsack wurde an mehrere Millionen Kunde für einen Preis zwischen 30 und 100 USD verkauft und war in verschiedenen Farben und Größen erhältlich.

Statt üblicher Rückruf nur kostenloses Kit

Doch bei dem zuvor geschilderten Rückruf handelt es sich nicht um einen traditionellen Rückruf, bei dem der Sitzsack wieder in den Laden gebracht wird und der Kunde sein Geld zurück erhält oder einen neuen Sitzsack. Stattdessen bietet der Hersteller Ace Bayou seinen Kunden nur ein kostenloses Kit, mit dem Kunden eine Öffnung der Reißverschlüsse durch Kinder verhindern können, indem dieser dauerhaft stillgelegt wird.

Das DIY Kit enthält lediglich eine Anweisung und die dafür erforderliche Ausrüstung, um ein leichtes Öffnen der Reißverschlüsse durch Kinder künftig zu vermeiden. Der Hersteller behauptet auf seiner Webseite, dass das Sicherheits-Kit einfach und schnell zu installieren sei.

Eltern des verunglückten Jungen verklagen US Sitzsack Hersteller nicht

Trotz des Tods zweier Kinder gab es in den USA keine Klage gegen den Sitzsack Hersteller. Die Mutter des toten Jungen – Rebecca Bisson – gab an, dass ihr Sohn Welton den Sitzsack sein halbes Leben lang hatte. Er las Bücher in ihm und spielte Videospiele im Sitzsack – niemand hätte es jemals für möglich gehalten, wie gefährlich dieser Sitzsack sein könnte.

Stattdessen klärt die Familie Bisson andere Eltern über den Kauf der Sitzsäcke auf. Die Familie gab an, dass sie über die Entscheidung des Herstellers schockiert sei, einfach nur die Verantwortung auf die Kunden zu schieben. Betroffen sind schließlich Millionen von Sitzsäcken, die vor Juli 2013 verkauft wurden. Sie alle haben ein ähnliches Problem. Daher ist es unverantwortlich, dass der Hersteller nun seine Kunden auffordert, den Sitzsack selbst zu untersuchen oder ihn von Kindern fernzuhalten.

Außerdem sei es nicht das erste Mal, dass die Reißverschlüsse für Kinder in Sitzsäcken zu einer tödlichen Falle wurden. Die CPSC berichtete bereits vor 20 Jahren von fünf anderen Fällen, in denen Kinder in Sitzsäcken erstickten. Daher raten deutsche Experten Eltern, die Reißverschlüsse von Sitzsäcken fest zu vernähen.

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