Vom Strohsack zum Wellness-Möbel

Die Geschichte dahinter

Der Sitzsack funktioniert nach einem so einfachen Prinzip, dass man sich fragt, warum nicht früher jemand auf die Idee gekommen ist, einen zu entwickeln.Die ersten Sitzsäcke der Geschichte würden wir wohl heute nicht mehr als solche bezeichnen. Schon vor hunderten von Jahren sehnten sich die Menschen nach gemütlichen Sitz- und Liegemöbeln. Doch woher nehmen wenn nicht stehlen? Mal eben online auf einspreis.de einen Sitzsack zu bestellen, kam schließlich nicht in Frage. PayPal, Versandunternehmen, Online-Shopping und überhaupt das ganze Internet war noch kaum vernehmbare Zukunftsmusik. Es blieb, zumindest für das einfache Volk, nur eine Lösung: das gemütliche Sitzen selbst in die Hand zu nehmen.

Denkt man sich zurück in kleine Bauerndörfer, wird schnell klar, dass die heutige Füllung für Sitzsäcke, nämlich Styroporkügelchen, wohl kaum im Nachbarwald zu finden waren. Unsere Vorfahren folgten also einem logischen Gedankengang: Etwas zu finden, das weich und bequem ist, sich gut in Form bringen lässt und leicht zu besorgen ist. Die Antwort ist naheliegend: Auf einem Bauernhof hat man vor allem eins: Natur. Und die Natur hatte so einiges an Gemütlichkeit zu bieten. Stroh oder trockene Blätter wurden gesammelt, getrocknet und in einfache Jutesäcke gesteckt. Diese fungierten von nun an nach einem Aufschütteln und Zurechtrücken als der Großvater der Sitzsäcke. Weil sie so gemütlich waren, schlief man auch gleich darauf, unsere heutigen Sitzsäcke und Matratzen sind also entfernt miteinander verwandt.

Sitzende Revolution

Das erste offizielle Modell des sogenannten Bean Bags, wie das Wellness-Möbel im englischsprachigen Raum genannt wird, wurde erst 1968 entwickelt. Die drei Italiener Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro hatten eine Vision, ganz ähnlich derer ihrer Vorfahren: Ein Sitzmöbel zu entwerfen, das sich dem Körper genauso gut anpasst wie gerade gefallener Schnee, in den man sich sinken lässt. Die drei Architekten experimentierten einige Zeit erfolglos mit Wasser und Bleikugeln als richtige Füllung für den Sitzsack bis sie auf Styroporkügelchen als Füllung kamen. Diese waren leicht zu beschaffen, sehr günstig, hatten kaum ein eigenes Gewicht und schmiegten sich dem Körper perfekt an. Unserem heutigen Sitzsack war von diesem Zeitpunkt an der Weg in die Zukunft geebnet. Eine große Kaufhauskette stieß in einem amerikanischen Magazin auf ein Bild des revolutionären Möbelstücks und orderte ohne Zögern gleich 12 000 Stück für den Verkauf. Der Sitzsack fand Einzug in tausende von Jugendzimmern, begleitet vom steten Unverständnis der traditionellen Eltern. Die Rebellion gegen die eigenen Eltern und das Aufbegehren gegen althergebrachte Traditionen trafen jedoch durchaus den Nerv der Geistesströmung der sexuellen Revolution. Warum sollte Sitzen neben der Funktionalität nicht auch einfach gemütlich sein dürfen? Am Grundprinzip des Sitzsacks änderte sich im Laufe der letzten 50 Jahre nicht mehr allzu viel. Das Kultmöbelstück variiert heute hauptsächlich in Design und Material und ist aus kaum einem gemütlichen Wohnzimmer überhaupt noch weg zu denken.

Gemütlich Sitzen selbst gemacht

„Was die früher konnten, können wir schon lange!“ mögen jetzt einige Sparfüchse denken. Und damit haben sie Recht: Sitzsäcke sind leicht selbst herzustellen. Alles, was man braucht, ist wohl eine Nähmaschine, robuster Stoff für die Außenhülle und genügend Füllmaterial. Mit einfachen Grundkenntnissen an der Nähmaschine ist eine Außenhülle schnell geschaffen. Die Profis wählen einen Reisverschluss zum Öffnen und Schließen der äußeren Verkleidung. Egal, für welches Füllmaterial Sie sich entscheiden sollten: Stellen Sie unbedingt sicher, dass das Material absolut trocken ist. Schon kleine Rückstände von Feuchtigkeit in Stroh oder Blättern führen meist zu Schimmelbildung im Inneren. Schimmel kann sehr gesundheitsgefährdend werden, deshalb sollten Sie die naturnahe Variante überdenken und sich vielleicht doch für die wasserabweisenden Materialeigenschaften des Styropors entscheiden. Wer Schimmel und Krabbeltierchen vermeiden will und auf jahrelange Erfahrung in der Herstellung zurückgreifen möchte, findet Sitzsäcke in allen Farben, Modellen und mit zahlreichen zusätzlichen Eigenschaften auf einspreis.de. Und das Beste: Der Preis eines solchen Sitzsacks übersteigt kaum die Materialkosten für einen selbst gemachten.

1 Comment
  1. Reply Fabian Bauer 27. August 2016 at 20:58

    Hallo, schöner Artikel hier:)

    Ich haben mich entschlossen einen Sitzsack für Zuhause zu besitzen. Jedoch weiß ich gerad noch nicht ob ich einen Sitzsack Kaufen oder einen selber nähen soll…

    Könnten Sie eventuell darüber einen Artikel schreiben, was sich mehr lohnt?

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